Was ist ein Moving Head?

Gerade als Neu-Einsteiger oder Anfänger bekommt man viele Begriffe in der Veranstaltungstechnik an den Kopf geworfen, mit denen man nichts oder nur sehr wenig anfangen kann, zum Beispiel Moving Head. Deshalb werden in unserer neuen Blog-Reihe “Eventtech – Wiki” einige Begriffe erklärt und versucht genau zu erläutern.

Definition

Übersetzt man Moving Head ins Deutsche, so gelangt man zu dem Begriff “bewegter Kopf”. In der Technik-Branche sagt man üblicherweise kopfbewegter Scheinwerfer, oder etwas umgangssprachlich Wackeleimer, Wackellampe oder Wackler. Kopfbewegter Scheinwerfer sagt schon sehr viel darüber aus, was ein Moving Head macht. Es ist ein Scheinwerfer, der sich bewegen lässt, und zwar meistens über zwei Achsen, Pan und Tilt. Pan beschreibt die horizontale Bewegung, Tilt die vertikale Bewegung. Ein Moving Head leuchtet jedoch nicht einfach nur in einer Farbe wie eine herkömmliche PAR-Kanne. Dazu jedoch mehr im Bereich “Typen”.

Aufbau

Aufbau eines Moving Head (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Moving_Head#/media/File:Moving_Head_Zeichnung.svg). 
Typischer Aufbau eines Moving Heads (Quelle: Wikipedia, bitte auf das Bild klicken).

Wie ist ein Moving Head nun aufgebaut? Ein typischer Aufbau eines bewegten Scheinwerfers sieht man rechts in der Zeichnung.

Der Sockel

Im Sockel sind je nach Hersteller, ja auch hier gibt es Ausnahmen, der Strom- und DMX-Anschluss (Was ist DMX? Mehr dazu hier!) und die  Steuerelektronik, sowie der Motor für die Pan-Bewegung untergebracht. Pan kommt übrigens für Panorama und bezieht sich deshalb auf die horizontale Bewegung. Mit diesem Motor wird der Arm des Heads bewegt.

Der Arm

Der Arm führt die Pan-Bewegung aus, da dieser mit dem Sockel und den darin befindlichen Motoren fest verbunden ist.
Desweiteren befinden sich im Arm die Motoren für die Tilt-Bewegung (nochmal zur Info: Tilt bedeutet vertikale Bewegung). Momentan gibt es immer mehr Hersteller, die die Pan- und Tilt-Bewegung erweitern. Im Normalfall haben Moving Heads eine feste Gradzahl für die beiden Bewegungen, meistens betragen diese 540° für Pan und 270° für Tilt. Neuerdings wird dies so erweitert, dass diese Bewegungen endlos sind und man dadurch neue Effekte erzielen kann. Dies nennt man Infinite Pan oder Infinite Tilt.

Der Kopf

Der Kopf ist fest mit dem Arm verbunden und führt die Tilt-Bewegung aus, welche von den Motoren im Arm gesteuert wird. Im Kopf befindet sich eigentlich alles, was einen Scheinwerfer ausmacht und ihn zum Leuchten bringt, eben genau das, was die Zuschauer und das Publikum auch sehen. Natürlich befindet sich hier das Leuchtmittel, die Optik und Linse. Dies ist die Grundausstattung eines jeden Scheinwerfers. Die Einsteiger Modelle beinhalten zudem meist noch ein Farb- und Gobo-Rad. Es können sowohl verschiedene Farben ausgewählt werden, als auch bestimmte Bilder und Abbildungen, sogenannte Gobos, dargestellt werden. Diese sind des öfteren auch noch rotierbar. Ebenso gehört ein Dimmer zur Helligkeitssteuerung und eine Shutter, um einen Stroboskopeffekt zu erzeugen, zur Standardausstattung. In hochwertigeren Geräten gibt es noch Zusatzausstattung, wie zum Beispiel:

  • Fokus: zuständig für die Schärfe der Abbildung
  • Iris: bestimmt die Austrittsöffnung des Strahls
  • Zoom: kann die Gradzahl verändern, in der der Strahl abgegeben wird
  • Prisma: kann den Strahl in mehrere Strahlen aufteilen, beispielsweise aus einem Strahl drei Strahlen erzeugen
  • Frost: Verwandelt einen Spot-Head in einen Wash-Head, siehe dazu mehr im Menüpunkt “Typen”
  • diverse Filter

Typen

Spot

Ein Spot Moving Head beinhaltet praktisch alles, was im Bereich Kopf schon beschrieben wurde. Ein Spot Head macht also einen festen Strahl, eine Art Hot Spot, welche man mit Hilfe von Gobos, Farben, Effekten (Zoom, Prisma, Iris) verfeinern kann. Welche Art von Leuchtmittel dabei zum Einsatz kommt, ist sehr unterschiedlich. Von normalen Halogen-Lampen, über Entladungslampen bis hin zu modernster LED-Technik kommt hier alles zum Einsatz. Dabei gibt es Leistungsklassen von 200W bis hin zu über 2000W.

Wash

Ein Wash Moving Head beinhaltet nicht so viel Technik wie ein Spot Head, da man damit eher Flächen ausleuchten möchte. Deshalb hat ein Washer meistens nur solche Funktionen wie Farben, Dimmer, Shutter, Zoom. Heutzutage kommen in Wash Heads nur noch LEDs zum Einsatz. Dort besteht die Möglichkeit von einer stufenlosen Farbmischung von RGB bis hin zu RGBQA und teilweise auch UV. Bei High-End Geräten besteht außerdem die Möglichkeit jede LED einzeln anzusteuern und so neuartige und einzigartige Effekte zu kreieren.

Beam

Ein Beam Moving Head ist heute sehr weit verbreitet. Auf jeder großen Bühne findet man eine Vielzahl solcher Heads. Das Besondere: Ein Abstrahlwinkel von meistens 0 bis 4 Grad. Somit wird ein extrem gebündelter, und damit sehr heller Strahl erzeugt. Ebenso hat man hier die Möglichkeit Farben, Gobos und Prismen einzublenden, teilweise auch einen Frost-Filter. In dieser Klasse von Heads werden meist neuartige Entladungslampen, zum Beispiel die Philips 5R Lampe, eingesetzt, da sie sehr hell und dafür vergleichsweise energiesparend ist. Wichtig: Man muss einen Sicherheitsabstand zu brennbarem Material und zu Menschen halten, da durch diesen gebündelten Strahl eine extreme Hitze auf Gegenstände und eine sehr hohe Helligkeit auf das Auge auftreten kann, wodurch teilweise eine Beeinträchtigung der Sehkraft eintreten könnte.

Effekt

Neuerdings bieten einige Hersteller einen Effekt-Strahler auf Basis eines Moving Heads an. Somit kann man gewöhnliche Disko-Effekte nun auch in zwei Richtungen bewegen und den Effekt, welcher immer von einer Position ausging, deutlich mehr Attraktivität verleihen.

LED-Matrix und Video-Panel

Eine weiter Version sind Moving Heads mit LED Matrizen oder sogar Video-Panels. Hier besteht die Möglichkeit einzelne LEDs einer Matrix anzusteuern, um so mit beispielsweise Laufschriften oder bestimmte Effekte damit zu erstellen. Bei Video-Panels besteht die Möglichkeit, komplette Video-Dateien auf Moving Heads abzubilden und somit eindrucksvolle LED Video Walls aus bewegten Panels zu erzeugen.

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